Ulf Fildebrandt - Ein Interview - MVP

Direkt zum Seiteninhalt

Ulf Fildebrandt - Ein Interview

MarburgCon
Wolltest du schon immer Autor werden oder hast du s gar etwas anderes gelernt?

Schon in der Schule hat sich gezeigt, dass ich mit Zahlen sehr gut umgehen kann. Da war ein Informatik-Studium quasi selbstverständlich. Seit zwanzig Jahren arbeite ich daher in der Software-Entwicklung. Das Schreiben kam dagegen erst, als ich als Teenager immer mehr Science Fiction und Fantasy gelesen habe und mir dann selber Geschichten ausdenken wollte. Um mich geschehen, war es dann als ich die grünen Bände vom Herrn-der-Ringe zu Weihnachten geschenkt bekam. Da habe ich dann viel Zeit auf der Karte verbracht und bin den Gefährten auf ihrer Reise gefolgt.

Wie viele Bücher hast du geschrieben und wie heißen sie?

Angefangen habe ich 2014 mit einem Science-Fiction-Roman, Dunkelwärts. Dort lasse ich meinen Protagonisten eine Expedition auf die dunkle Seite einer Welt mit gebundener Rotation durchführen. Danach habe ich mich dann wieder der Fantasy zugewandt, und 2019 kam der erste Roman Meister der Erinnerung aus dem Weltenkreis heraus. Im März 2020 kam der zweite Roman Finnurs Suche heraus. Die beiden Romane sind aber unabhängig voneinander, nur der gemeinsame Weltenbau verbindet sie.

Schreibst du nur ein Genre oder mehrere? Oder würdest du gerne mal eine anderes schreiben?

Ich schreibe im phantastischen Bereich, also Science Fiction und Fantasy, um genau zu sein. In andere Bereiche wie Horror oder auch Krimi habe ich reingeschnuppert, aber sie haben mich irgendwie nicht so begeistert. Ich liebe es, Welten zu erschaffen und Protagonisten Abenteuer darin erleben zu lassen.

Hast du einen Lieblings Ort zum Schreiben?

Eigentlich nicht, ich habe schon im Zug, in Cafés, auf Flughäfen geschrieben. Was sich halt so ergibt.

Für welches Buch musstest du am meisten recherchieren? Bist du deswegen schon mal gereist?

In die Welten, die ich mir ausdenke, kann ich leider nicht reisen, obwohl ich sie wirklich gerne mal besuchen und sehen würde.

Hast du eine Lieblingsfigur aus einem deiner Bücher? Wenn ja, welche und warum?

Tuoma Leta aus dem ersten Roman fand ich sehr interessant, weil er in ein Gebiet geht, dass bisher noch niemand zuvor erkundet hat. Dabei muss er sich mit den eigenen Ängsten auseinandersetzen und sie überwinden.
Aber eigentlich gibt es in jedem meiner Romane, mindestens eine Figur, die mir ans Herz gewachsen ist. In Meister der Erinnerung ist es Jad’her, ein Jugendlicher, der seine Heimatstadt verlassen muss und erst langsam erkennt, was in der Welt geschieht. Im zweiten Roman ist der Antagonist sehr interessant, denn für seine Handlungen hat er eine ziemlich bestechende Erklärung, sodass man darüber diskutieren kann, ob er im eigentlichen Sinne böse ist.

Hattest du schon mal eine Schreibblockade? Wenn ja, wie hast du sie überwunden?

In Schreibkursen habe ich gelernt, dass Schreibblockaden eigentlich immer das Schreiben im falschen Modus ist. Wenn ich also beim Schreiben nicht weiterkomme, weiß ich normalerweise nicht, was eigentlich passieren soll, was der Konflikt ist oder wie die Welt eigentlich aussieht. Dann muss ich eine Ebene höher gehen und darüber nachdenken.
Hast du eine Muse? Und woher nimmst du deine tollen Ideen?
 

Eine Muse wäre schön, aber meine Ideen erzeuge ich eigentlich ganz klassisch, indem ich brainstorme. Einfach Sachen, die mich beschäftigen, die ich interessant finde und die ich dann weiterspinne. So ist auch das Magiesystem im Weltenkreis entstanden, das auf Erinnerungen basiert. Magier beziehen die Energie für ihre Magie aus Erinnerungen, entweder ihren eigenen oder von anderen. Das Problem daran ist, dass die Erinnerungen danach verbraucht sind. Dadurch hat diese Magie einen viel persönlicheren Aspekt als das Auswendiglernen von Zaubersprüchen.
Darauf gekommen bin ich einfach, weil Erinnerungen uns ja zu einem großen Teil ausmachen. Was habe ich erlebt, wie komme ich damit zurecht. Das sind entscheidende Fragen, und die habe ich einfach auf die Magie übertragen. Genauso mache ich es auch mit vielen anderen Erlebnissen und Ereignissen, die mir jeden Tag begegnen.
   

Liest du denn auch gerne oder schreibst du nur?
 

Ich lese gerne, aber neben Arbeit, Familie und Schreiben bleibt leider nicht mehr so viel Zeit übrig. Daher habe ich schon vor Jahren Hörbücher für mich entdeckt. Die finde ich super, weil man bei guten Sprechern ziemlich in die Welt hineingezogen wird.
 

Welche Taste auf deiner Tastatur ist am meisten abgenutzt?
 

Interessanterweise keine.
 

Was können wir noch von dir erwarten oder besser gesagt worauf können wir uns freuen?
 

Die ersten beiden Romane im Weltenkreis sind nicht die letzten. Sie sind zwar eigenständig, aber im Hintergrund passieren auch schon Dinge, die ich in folgenden Romanen weiter vertiefen werde. Der dritte und vierte Roman werden sich mit dieser großen Gefahr beschäftigen, welche die Welt an sich bedroht.
 

5 Fakten über dich …
 

1. Vater zweier Töchter, die mein Leben ganz schön auf den Kopf gestellt haben.
2. Mir machen Zahlen Spaß. Wie gesagt, Informatik studiert, und genau wie das Schreiben macht es einfach Spaß, einen Algorithmus zu programmieren, der dann genau das tut, was man sich überlegt hat.
3. Mir macht Sport Spaß. Das ist insofern erstaunlich, weil ich von meinen Interessen her wohl eher als Nerd durchgehe (Computer, Fantasy lesen/schreiben).
4. Ich kann leider keine Punktspiele mehr machen (Badminton ist mein Sport), weil meine Knie die Belastung nicht mehr mitmachen. Also, obwohl mir Sport Spaß macht, kann ich keine drei Stunden mehr trainieren.
5. Da meine Schreibzeit meistens von 22 – 0 Uhr ist, und ich manchmal schon etwas müde bin um diese Uhrzeit, entstehen die seltsamsten Formulierungen, die mir das Lektorat/Korrektorat dann immer mit vielen Smileys anmerkt.
         

Trinkst du mit dem Teufel Kaffee/Tee, wenn du deine Protagonisten sterben lässt?
 

Ich zünde eher eine Kerze für sie an. Den Kaffee trinke ich nur, wenn es den Antagonisten trifft.
Zurück zum Seiteninhalt